uns reicht´s Aussendung zu Bränden im Flüchtlingscamp Moria

uns reicht´s fordert Chance für Menschen aus Moria-Camp

Die Vorarlberger Bewegung „uns reicht´s“ fordert Bundeskanzler Kurz auf, endlich Menschen aus dem Flüchtlingslager Moria zu retten. Österreich hat in der Geschichte schon oft Herz gezeigt und kann sich dieser humanitären Katastrophe nicht verschließen. Als demokratischer, zivilisierter Staat im Zentrum von Europa muss Österreich Verantwortung für die Schutzsuchenden übernehmen. Oder hat Österreich Menschrechte, Humanismus und Christentum über Bord geworfen und schaut nur zu?

Das Flüchtlingscamp Moria nach der Brandkatastrophe am 08.09.2020 Credits: Twitter

Moria ist das größte Flüchtlingslager in Europa und ist seit Jahren komplett überfüllt. Es wurde zum Synonym für die Hölle auf Erden. Das Lager ist für etwa 3.000 Menschen ausgelegt, trotzdem waren dort über 12.600 Flüchtlinge unter unmenschlichen Verhältnissen ohne Zugang zur Grundversorgung untergebracht. 12.600 Menschen sind nun obdachlos, darunter viele Kinder, zum Teil ohne Eltern und krank und haben das Wenige, das sie hatten, auch noch verloren. Die Brandkatastrophe ist ein weiterer unrühmlicher Höhepunkt in der prekären humanitären Katastrophe, die sich auf der griechischen Insel Lesbos und vor unser aller Augen abspielt. Der Brand ist ausgebrochen, nachdem über das Lager nach einem COVID-19 Ausbruch ein absoluter Lockdown verhängt worden war. Polizeikräfte riegelten das Lager komplett ab. Schon zuvor waren die Geflüchteten 150 Tage unter Zwangsquarantäne gestanden.
uns reicht´s warnt davor, die Frage nach den Verursachern des Brandes nun als Anlass zu nehmen, um vom eigentlichen Problem abzulenken. Peter Mennel (Aktivist von uns reicht´s und Sprecher der Vorarlberger Plattform für Menschenrechte) bringt es auf den Punkt: „ Wir stellen einmal mehr die Frage: Was muss alles geschehen, dass Österreich und Europa endlich die menschenverachtende Haltung zu geflüchteten Menschen ändert und nicht Mitschuld an dieser humanitären Katastrophe trägt?“

gesetzliche Grundlage für die Aufnahme ist gegeben
Die „asylkoordination österreich“ weist in einer aktuellen Aussendung darauf hin, dass die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Lager Moria durch mehrere Rechtsgrundlagen und insbesondere durch den Paragraph 3a des Asylgesetzes gegeben ist. Dort steht: „Einem Fremden ist von Amts wegen und ohne weiteres Verfahren der Status des Asylberechtigten oder des subsidiär Schutzberechtigten zuzuerkennen, wenn sich die Republik Österreich völkerrechtlich dazu verpflichtet hat.“ Eine andere Möglichkeit wäre ein reguläres Asylverfahren in Österreich. Zudem leben, wie die asylkoordination bei intensiven Recherchen herausfinden konnte, in griechischen Lagern etliche Dutzend Schutzsuchende mit Familie in Österreich, die im Rahmen des Dublin-Systems nach Österreich geholt werden könnten.

katastrophale Zustände im überfüllten Lager – Experten warnen schon lange
Der Journalist Thomas von der Osten-Sacken ist auf Lesbos für die Kindernothilfe-Partnerorganisation „Stand By Me Lesvos“ im Einsatz und hilft unter anderem bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie im Flüchtlingslager Moria. Er schreibt: „Eine Katastrophe spielt sich hier eigentlich schon seit Monaten ab. Das Camp ist seit einem halben Jahr im Lockdown, es gab immer wieder äußerst kritische Situationen, Gewalt, Feuer. Wir befürchten seit Tagen das Schlimmste. … Die Menschen lebten hier in Zelten ohne fließend Wasser, mit offenen Feuerstellen – und das Ganze in einem völlig überfüllten Lager. Wie in einem Slum. So etwas darf es in Europa nicht geben. Wir haben seit Wochen davor gewarnt, dass etwas Schlimmes passiert.“ Für den Experten ist es zweitrangig, ob es nun die Bewohner waren oder Rechtsradikale oder sonstwer, die vielleicht das Feuer gelegt haben. „Die wahren Brandstifter sitzen in Brüssel, in Berlin oder in Rom“, so Thomas von der Osten-Sacken. „Die europäische Politik wusste, was passieren wird. Alle wussten, was hier passieren wird. Allen war klar, dass es so nicht weitergehen kann und dass das Lager geräumt werden muss. Es gibt jedoch seit Jahren keine Versuche, die Lage auf Lesbos ordentlich zu managen – der Coronavirus-Ausbruch hat die Situation nur noch weiter verschärft.“

Deshalb appelliert uns reicht´s: Geben wir den Menschen ihre Chance. Chance zu leben. Chance ihre Zukunft zu gestalten. Chance unsere Zukunft zu gestalten im Chancenland Vorarlberg.

Quelle Statement Hr. Osten-Sacken: https://www.stern.de/politik/ausland/brand-in-moria–fluechtlingshelfer-spricht-ueber-ursachen-und-folgen-9408698.html

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